Stand: September 2026
Standortannahme: Herborn-Schönbach, 35745
Konzept erstellt von: Sven-Holger Wabnitz
Primäres Ziel: Die vorhandenen Druckkammerlautsprecher
sollen unabhängig von den beschädigten 100-V-Leitungen betrieben werden.
Jeder Mast erhält dazu einen eigenen, fernverwalteten Abspielknoten für
die dort vorhandenen Hörner.
Kernaussage
Das Vorhaben ist technisch realistisch und kann in drei kontrollierten Stufen umgesetzt werden. Zuerst wird die Audio- und Kommunikationsfunktion auf dem Tisch nachgewiesen. Danach entsteht ein vollständiger Feldprototyp mit zunächst 30 W Solar, frostladbarem LTO-Akku, Telemetrie und Mastgehäuse. Die endgültige Solarauslegung folgt aus Messwerten und Standortrechnung. Eine Serienauslegung ist erst nach einem Winter- und Sommertest technisch belastbar.
Die beschädigte Lautsprecherverkabelung in der Straße wird nicht erneuert. Stattdessen wird an jedem Lautsprechermast eine kleine autonome Einheit montiert. Aufträge, Statusinformationen, zentral aus Text erzeugte Audiodateien und Firmware überträgt sie im unabhängigen Serienbetrieb ausschließlich über LTE-M/NB-IoT. WLAN dient nur Labor, Inbetriebnahme und Wartung und bleibt im normalen Feldbetrieb hardwareseitig abgeschaltet. Die Mastbox speichert eine geladene Datei lokal und spielt sie zum vorgesehenen Zeitpunkt ab. Zusätzliche Funknetze, Gateways und Repeater werden bewusst vermieden: Jede Komponente muss für die Kernfunktion notwendig sein.
Das System ist keine zertifizierte Alarmierungsanlage. Es dient regelmäßigen und spontanen kommunalen Durchsagen.
Für die Umsetzung werden drei eindeutige Begriffe verwendet:
Die folgenden Werte sind unverbindliche Kostenschätzungen für die beschriebenen technischen Aufbauten und keine angebotenen Festpreise.
Die Vorprüfungen sind technische Voraussetzungen für einen verantwortbaren Feldbetrieb und keine optionalen Komfortleistungen. Die vollständige Konformitätsbewertung des späteren Seriengeräts wird nach dem Design Freeze separat geplant und bepreist.
Arbeitsstunden werden in diesem Dokument getrennt ausgewiesen und nicht mit einem Stundensatz bewertet.
Entlang der Straße sind Druckkammerlautsprecher vorhanden. Sie wurden bisher über lange Lautsprecherleitungen mit sogenannter 100-V-ELA-Technik versorgt. Die Leitungen sind beschädigt und sollen nicht die Grundlage des zukünftigen Systems bleiben.
Die 100 V liegen nicht am eigentlichen Lautsprechertreiber an. Am Horn befindet sich ein Übertrager, der die hohe Übertragungsspannung wieder auf die niederohmige Seite des Lautsprechers umsetzt. Der Übertrager besitzt Abgriffe für 15 W, 7,5 W, 4 W und 2 W; die vorhandene Verdrahtung lag an den Anschlüssen 1 und 4 und war damit auf 15 W eingestellt. Nach vollständiger Trennung des Übertragers wurde direkt an den beiden gelben Leitungen zum Treiber ein Gleichstromwiderstand von 0,016 kΩ = ungefähr 16 Ω gemessen. Für die Auslegung wird deshalb von einem 16-Ω-Treiber und bis zu 15 W je Horn ausgegangen. Die genaue frequenzabhängige Nennimpedanz wird im Hör- und Lasttest noch bestätigt.
An jedem Mast befinden sich nach aktuellem Kenntnisstand zwei Druckkammerlautsprecher. Vorgesehen ist deshalb eine gemeinsame Mastbox mit einem Zweikanalverstärker. Jeder Lautsprecher wird an einen eigenen Verstärkerkanal angeschlossen; die Treiber werden weder parallel noch in Reihe geschaltet.
Für das neue System wird die 100-V-Übertragung nicht mehr benötigt. Der neue Verstärker sitzt unmittelbar neben den Lautsprechern. Nach eindeutiger technischer Prüfung wird jeder seiner beiden Kanäle direkt mit der niederohmigen Seite genau eines Horns verbunden. Beide Kanäle erhalten dasselbe Monosignal, können aber getrennt begrenzt und elektrisch überwacht werden. Die Last eines Horns verändert damit nicht die Impedanz des anderen Kanals. Gemeinsam bleiben jedoch Verstärkerbaustein, Stromversorgung und Gehäuse; ein Fehler in diesen gemeinsamen Baugruppen kann weiterhin beide Hörner betreffen.
Sicherheitsregel
Ein gewöhnlicher Niedervolt-Verstärker darf nicht an den 100-V-Eingang des vorhandenen Übertragers angeschlossen werden. Im neuen Betrieb wird der Übertrager vollständig vom Treiber getrennt; alter Übertrager und neuer Verstärker dürfen nie gleichzeitig an den gelben Treiberleitungen angeschlossen sein.
Jeder Mastknoten arbeitet weitgehend selbstständig. Die zentrale Software erzeugt aus einem bestätigten Text eine Audiodatei und teilt dem Knoten mit, welche Datei wann und gegebenenfalls einmal wiederholt wiedergegeben werden soll. Lautstärke und Sprachprofil sind als zuvor getestete Systemwerte festgelegt und nicht durch die bedienende Person verstellbar.
Die Datei wird vor dem Abspieltermin vollständig über LTE beziehungsweise während Labor und Wartung wahlweise über WLAN heruntergeladen und geprüft. Dadurch kann eine geplante Ansage auch dann stattfinden, wenn zum vorgesehenen Zeitpunkt keine Datenverbindung besteht.
Der Mastknoten meldet außerdem seinen technischen Zustand:
Der Laborprototyp steht auf einer Montageplatte und erhält seine Energie aus einem normalen Netzteil. Er soll nicht schön klein und nicht wetterfest sein. Er soll offen, messbar und leicht veränderbar sein.
Er beantwortet folgende Fragen:
Der Feldprototyp wird neu und kompakt aufgebaut. Er enthält bereits die später vorgesehene Technik:
Der Feldprototyp wird mindestens über einen Winter und einen Sommer betrieben.
Vor der Mastmontage müssen der Mastbetreiber und eine fachlich geeignete Stelle die konkrete Befestigung, Windangriffsfläche, Zusatzlast und Absturzsicherung freigeben. Eine EMV-Vorprüfung und die dokumentierte elektrische Sicherheitsprüfung sind ebenfalls verpflichtende Gates.
Erst nach bestandenem Feldtest wird die Konstruktion eingefroren. Danach werden Angebote für beispielsweise 50 Mastboxen eingeholt. Serienfertigung, Prüfungen, Mastmontage, Ersatzteile und Mobilfunkverträge werden dabei gemeinsam betrachtet. Noch zu klären ist, ob die bisher genannte Stückzahl 50 Lautsprecher oder 50 Masten bezeichnet. Bei durchgängig zwei Lautsprechern je Mast entsprächen 50 Lautsprecher ungefähr 25 Mastboxen, 50 Masten dagegen 50 Mastboxen und ungefähr 100 Lautsprechern.
Der Aufbau wird auf einer professionellen Montageplatte mit Hutschiene, Sicherung, Klemmen, beschrifteten Leitungen und verschraubten Platinenhaltern aufgebaut. Ein Steckbrett ist für erste Signale möglich, aber nicht für die Audioleistung und nicht für den präsentierbaren Gesamtaufbau.
Aufgabe: Steuerung des Gerätes, LTE-M/NB-IoT,
abschaltbares WLAN, Download, Speicherverwaltung und
Ablaufsteuerung
Warum: Der Walter verbindet einen programmierbaren
ESP32-S3-Mikrocontroller mit LTE-M/NB-IoT, WLAN, Bluetooth und GNSS in
einer Baugruppe. Die Anwendungssoftware läuft direkt auf dem ESP32-S3.
Ein Raspberry Pi mit Betriebssystem, Dateisystem und höherem
Energiebedarf ist für diese Aufgabe unnötig.
Ausführung: LTE übernimmt im normalen
Produktionsbetrieb sowohl kleine Auftrags- und Statuspakete als auch
Audiodateien und Firmware. WLAN wird nur im Labor sowie bei
Inbetriebnahme oder ausdrücklich freigegebener Wartung aktiviert und
ansonsten einschließlich nicht benötigter Peripherie abgeschaltet.
Zusätzliche LoRa-Funkmodule, Gateways und Repeater sind nicht
vorgesehen.
Beschaffung: QuickSpot Walter oder europäischer
Distributor wie Antratek
Planungspreis je Labor-Steuerknoten: etwa
90–180 Euro einschließlich der erforderlichen
LTE-Antenne, jedoch ohne SIM und Trägerplatine
Aufgabe: Sprachdateien, letzte gültige Konfiguration
und Diagnoseinformationen lokal speichern
Warum: Die Ansage muss auch ohne Netzverbindung
abspielbar sein.
Beschaffung: BerryBase, Reichelt oder Mouser
Deutschland
Planungspreis: etwa 20–40 Euro
Aufgabe: Abspieltermine auch nach Strom- oder
Netzausfall zuverlässig einhalten
Beschaffung: BerryBase oder Reichelt
Planungspreis: etwa 12–25 Euro
Aufgabe: Schnell und günstig feststellen, ob das
vorhandene Horn verständlich und ausreichend laut angesteuert werden
kann
Herstellerinformation: Adafruit MAX9744
Planungspreis: etwa 25–40 Euro
Aufgabe: Digitale, effiziente und steuerbare
Audioverstärkung
Warum: Der Verstärker kann außerhalb der Durchsage
vollständig abgeschaltet werden.
Herstellerinformation: Texas Instruments
TAS5805M
Planungspreis Evaluationsboard: etwa 230–330
Euro
Aufgabe: Die vorhandene 15-W-/16-Ω-Auslegung
nachbilden, die Leistungsstufen 15 W, 7,5 W, 4 W und 2 W vergleichbar
testen und erst danach die günstigste sichere Serienleistung
festlegen.
Ausführung: Für den Laboraufbau ein schaltbarer
12-auf-24-V-Testwandler beziehungsweise ein 24-V-Labornetzteil mit
ausreichender Stromreserve, Sicherung, Strommessung und Pufferung. Der
24-V-Zweig wird nur für Audiotests eingeschaltet. Ein Schallpegelmesser
der Klasse 2 oder eine entsprechend dokumentierte Leihmessung mit Stativ
dient zur Vergleichsmessung an festgelegten Hörpunkten.
Planungsbudget Hörtest-Sachmittel: etwa 200–450
Euro für Beschaffung oder Leihe eines geeigneten
Schallpegelmessers einschließlich einfachem Stativ, dokumentierte
Messpunkte und Testmaterial. Der 24-V-Testwandler ist separat beim
Audioaufbau berücksichtigt. Ein Smartphone ersetzt diese
Vergleichsmessung nicht.
Messregel: Der alte 100-V-Übertrager und der neue
Niedervoltverstärker werden ausschließlich alternativ, niemals
gleichzeitig an einem Treiber betrieben.
Aufgabe: Sicherer und nachvollziehbarer
Versuchsaufbau
Ausführung: 12 V/5 A Mean-Well-Netzteil,
24-V-Testversorgung beziehungsweise Testwandler, DC/DC-Wandler,
Rittal-Montageplatte, Hutschiene, Phoenix-Contact-Klemmen, Sicherung und
Beschriftung
Planungspreis zusammen: etwa 190–420
Euro einschließlich Sachreserve für den sicheren, beschrifteten
Gesamtaufbau
Am Ende liegt kein fertiges Außengerät vor. Es liegt aber ein belastbarer Nachweis vor, dass:
Die wenigen Durchsagen allein würden kein 30-W-Modul erfordern. Maßgeblich sind vielmehr:
Das Modul wird möglichst nach Süden bis Südwesten ausgerichtet und für den Winter nahezu senkrecht beziehungsweise nur etwa 20–30 Grad aus der Senkrechten geneigt. Das reduziert Schneeauflage und verbessert den Ertrag bei tief stehender Wintersonne.
Die 30 W sind eine belastbare Vorauswahl, aber noch kein unveränderlicher Serienwert. Vor Bestellung des Feldprototyps wird eine reproduzierbare PVGIS-Off-grid-Rechnung für den konkreten Mast erstellt. Sie dokumentiert Koordinaten, Ausrichtung, Horizont und lokale Verschattung, gemessenen Tagesverbrauch, Lade- und Leitungsverluste, Akkugrenzen sowie die statistische Häufigkeit eines leeren Akkus. Zusätzlich wird der Standort vor Ort auf winterliche Verschattung geprüft.
Größen- und Preisreferenz, noch keine
Produktauswahl: Offgridtec
30 W Mono 12 V
Planungspreis: etwa 45–90 Euro
Auswahlregel: Solarmodul und Laderegler werden als
technisch zusammengehöriges Paar ausgewählt. Neben Leistung, Abmessungen
und Temperaturbereich müssen insbesondere die empfohlene
Leerlaufspannung des Reglers und die bei tiefster Auslegungstemperatur
erhöhte Leerlaufspannung des Moduls zusammenpassen. Die Referenz auf
Offgridtec legt weder Produkt noch Lieferant fest.
Hinweis: Ein gerahmtes Glasmodul ist robust, wiegt aber
typischerweise ungefähr 2–3 kg. Es wird deshalb unabhängig von der
Elektronikbox befestigt.
Normale LiFePO₄-Akkus dürfen üblicherweise unter 0 °C nicht geladen werden. In Herborn-Schönbach können jedoch über Wochen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt auftreten. Eine reine Ladesperre würde den Akku schützen, aber gleichzeitig verhindern, dass vorhandene Solarenergie genutzt wird.
Lithiumtitanat-Akkus – LTO – können je nach konkretem Zelltyp auch bei deutlich negativen Temperaturen geladen werden. Für dieses Projekt gilt deshalb:
Der eingesetzte Akku muss durch sein konkretes Datenblatt für das Laden bei mindestens −20 °C freigegeben sein. Eine allgemeine Werbeaussage zur LTO-Technologie genügt nicht.
Ausführung: 5S-LTO-Akkupaket
Nennspannung: ungefähr 12 V
Nutzbare Energie: mindestens 53 Wh bei −20 °C und am
definierten Lebensdauerende
Voraussichtliche Nennenergie: ungefähr 90–108 Wh;
verbindlich erst nach Datenblatt und Lastmessung
Zielgewicht: nach Herstellerangebot; die Maststatik
rechnet mit dem tatsächlichen Packgewicht
Bevorzugter kostengünstiger Aufbau: professionell
konfektioniertes 5S5P-Paket aus 25 LTO-18650-Zellen mit jeweils 2,4 V
und 1,5 Ah; ungefähr 12 V, 7,5 Ah, 90 Wh und rund 1,1–1,25 kg reine
Zellmasse
Zielkosten Feldprototyp: ungefähr 230–400
Euro einschließlich LTO-BMS, Balancierung, Temperatursensor,
Sicherung, Zellverbindern und Konfektionierung
Zielpreis bei 50 Stück: erst nach Datenblattprüfung und
Angebot belastbar
Als derzeitige Zellreferenz dient die Acada-LTO-Zelle mit 2,4 V und 1,5 Ah. 25 Zellen kosten zum aktuellen Einzelpreis zusammen ungefähr 174 Euro einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Das Datenblatt nennt Laden bis −40 °C und mindestens 12.000 Zyklen bei 80 Prozent Entladetiefe. Der daraus abgeleitete Zielpreis des fertigen Packs ist eine Planungsschätzung, noch kein Lieferantenangebot.
Die Zahl 25 bezeichnet einzelne zylindrische Zellen und nicht 25 fertige Akkus. Eine 18650-Zelle ist ungefähr 18,6 mm dick, 64,8 mm lang und höchstens etwa 45 g schwer. In einer kompakten 5-mal-5-Anordnung benötigt der reine Zellblock rechnerisch ungefähr 93 × 93 × 65 mm. Einschließlich Zellhaltern, Verbindern, Isolation, BMS, Temperatursensor, Sicherung und mechanischem Schutz wird vorläufig mit ungefähr 120 × 110 × 85 mm und etwa 1,3–1,6 kg für das vollständige 5S5P-Paket gerechnet. Das entspricht ungefähr einem Liter Volumen und erzwingt keine außergewöhnlich große Mastbox. Die endgültigen Abmessungen ergeben sich aus der professionellen Packkonstruktion.
Die elektrische Herleitung lautet: Fünf Zellen in Reihe ergeben
ungefähr 12 V, aber zunächst nur 1,5 Ah beziehungsweise 18 Wh. Fünf
solcher Zellgruppen parallel ergeben 7,5 Ah beziehungsweise 90 Wh; daher
5S × 5P = 25 Zellen. Ein Aufbau mit nur 15 Zellen hätte
zwar nominell 54 Wh, würde die geforderten 53 Wh aber bereits vor
Kälte-, Alterungs- und Schutzreserven praktisch vollständig ausnutzen.
Auch 20 Zellen mit 72 Wh sind voraussichtlich zu knapp. Die 25 Zellen
sind deshalb keine Leistungsübertreibung, sondern die erste plausible
Größe mit Reserve; Omnitron soll diese Annahme anhand realer Kälte- und
Lebensdauerdaten überprüfen.
Als bevorzugter Gesprächs- und Entwicklungspartner für das Akkupaket wird Omnitron Griese aufgenommen. Das Unternehmen entwickelt kundenspezifische LTO-Pakete vom Prototyp bis zur Serie einschließlich BMS, Ladetechnik, Gehäuse, Schweißtechnik und Prüfung. Der Produktions- und Kompetenzstandort in Hilchenbach ermöglicht eine persönliche technische Abstimmung vor Ort. Angefragt werden zunächst ein 5S5P-Entwurf mit 90 Wh und als Rückfalloption ein 5S6P-Entwurf mit 108 Wh.
Der 5S5P-Aufbau wird nur übernommen, wenn ein professioneller Packhersteller für das fertige Paket mindestens 53 Wh nutzbare Energie bei −20 °C und am definierten Lebensdauerende bestätigt. Reichen die Kälte- und Alterungsreserven der 90 Wh Nennenergie nicht aus, wird auf 5S6P mit 108 Wh erhöht.
Ein LTO-Paket ist teurer als ein einfacher LiFePO₄-Block. Bei 50 hoch montierten Geräten ist jedoch nicht allein der Akkupreis entscheidend. Ein einziger vorzeitiger Austausch aller Akkus würde Hubsteiger, Personal, Verkehrssicherung und neue Batterien erfordern. Deshalb wird auf eine geplante Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren und ein Entwicklungsziel von 15 Jahren hingearbeitet.
Technische Referenzen:
Das kleine µArt-Modul ist ein Technologiereferenzpunkt, aber nicht automatisch das fertige 12-V-Paket. Für den Feldprototyp wird ein professionell aufgebautes 5S-Paket mit BMS, Balancierung, Sicherung und Temperaturmessung benötigt. Die Kapazität wird nicht allein aus der Nennenergie abgeleitet, sondern aus der bei Kälte, Alterung und den festgelegten Schutzgrenzen tatsächlich nutzbaren Energie.
Elektronikbox und Solarmodul werden als zwei getrennte Einheiten montiert. Dadurch bleibt die Elektronikbox leicht, und die Windlast des Solarmoduls wird nicht über das Boxgehäuse übertragen.
Geeignete europäische Gehäuse- und Befestigungsanbieter sind:
Für Laborprototyp und Feldprototyp werden vorzugsweise fertige, dokumentierte Industriegehäuse von Rittal oder einem technisch gleichwertigen Anbieter eingesetzt. Sie sind ohne eigenes Werkzeug kurzfristig verfügbar und erlauben einen reproduzierbaren Innenausbau, die Dichtheitsprüfung und eine sichere Mastmontage, bevor die endgültige Stückzahl feststeht.
Für eine spätere individuelle Serienbox wird zusätzlich die regionale Reinhard Bretthauer GmbH, Dillenburg-Frohnhausen angefragt. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Kunststoff-Spritzgussteile, Werkzeuge und Baugruppen. Ein auf dieses Gerät abgestimmtes Gehäuse kann bei ausreichender Stückzahl günstiger werden als ein zugekauftes Fertiggehäuse, weil Befestigungspunkte, Dichtnut, Montageebenen und Kabelwege direkt integriert werden können. Der mögliche Preisvorteil hängt jedoch wesentlich von Stückzahl, Werkzeugkosten, Material, Schutzart und Prüfaufwand ab und wird erst nach Design Freeze mit einem Vergleichsangebot belegt.
Die endgültige Befestigung muss vom Mastbetreiber beziehungsweise einem geeigneten Fachbetrieb freigegeben werden. Ohne Zustimmung werden keine Löcher gebohrt und keine Teile an den Mast geschweißt.
Temperatur, Ladestand und weitere Werte können alle 15 Minuten lokal erfasst werden, ohne dafür eine Mobilfunkverbindung aufzubauen. Die Prüfung auf neue oder widerrufene Aufträge wird davon getrennt und nicht mit einem unveränderlichen 15-Minuten-Takt betrieben. Das Kontaktintervall richtet sich nach nutzbarer Akkureserve, aktuellem Solarertrag, Übertragungsweg, gemessenem Energiebedarf eines vollständigen Kontakts und betrieblicher Dringlichkeit.
Als vorläufige, im Labor zu verifizierende Rückfallregel wird folgende Staffelung vorgesehen:
| Verfügbarer Ladezustand | Vorläufiges Intervall für eine leichte Auftragsprüfung |
|---|---|
| über 40 Prozent | 1 Minute, sofern die gemessene Energiebilanz dies zulässt |
| 30 bis 40 Prozent | 5 Minuten |
| 25 bis unter 30 Prozent | 7 Minuten |
| 20 bis unter 25 Prozent | 15 Minuten |
| unter 20 Prozent | 30 bis 60 Minuten, nur notwendige Kommunikation; Energiereserve schützen |
Die Prozentwerte erhalten Hysterese und eine Mindestverweilzeit, damit der Knoten an einer Schwelle nicht ständig zwischen zwei Zuständen wechselt. Der Ladezustand wird nicht allein aus der momentanen Akkuspannung abgeleitet, sondern aus BMS-Daten sowie gemessenem Lade- und Entladestrom fortgeschrieben und mit Spannung und Temperatur plausibilisiert.
Ein leichter Abruf fragt zunächst nur eine kleine, revisionsbasierte Warteschlange beziehungsweise einen Änderungszähler ab. Audiodateien, Konfigurationen oder Firmware werden nur bei einer tatsächlich neuen Revision übertragen. Bestehende sichere Verbindungen und Netzregistrierungen werden wiederverwendet, wenn dies weniger Energie benötigt als ein vollständiger Neuaufbau. Gerade bei LTE können Aufwecken, Netzanmeldung und verschlüsselte Verbindungsaufnahme deutlich mehr Energie erfordern als die wenigen Nutzdaten; deshalb wird der komplette Ablauf gemessen.
Für ein gemessenes Abrufintervall t in Minuten und die
Energie e_Abruf je vollständigem Kontakt gilt:
Anzahl Abrufe pro Tag = 1.440 / t
Abrufenergie pro Tag = (1.440 / t) × e_Abruf
Oberhalb der betrieblichen Mindestreserve von 20 Prozent ist die frei planbare Energie näherungsweise:
E_frei = (Ladezustand − 20 Prozent) × nutzbare Akkuenergie / 100
Die Software wählt das schnellste Intervall, bei dem Grundverbrauch, geplante Audiowiedergaben und gemessene Abrufenergie die festgelegte Mindestreserve bis zum nächsten konservativ erwartbaren Ladezeitpunkt nicht unterschreiten. Die feste Schwellentabelle dient nur als sicherer Startwert; Messdaten aus Labor- und Wintertest bestimmen die endgültigen Intervalle.
Diese Strategie spart erheblich mehr Energie als die Messung selbst. Das LTE-Modem, der Audioverstärker und möglichst auch die SD-Karte werden außerhalb ihrer Nutzung vollständig abgeschaltet. Bei hoher Akkureserve kann eine kurzfristige Ansage innerhalb ungefähr einer Minute entdeckt werden. Sinkt die Reserve, wird bewusst eine längere Reaktionszeit zugunsten der Betriebsdauer akzeptiert.
Eine plötzlich eingestellte Ansage kann naturgemäß erst beim nächsten Kontakt erkannt werden. Eine garantiert sofortige Alarmierung würde eine dauerhaft empfangsbereite Push-Verbindung oder ein separates Alarmierungssystem verlangen. Das Dorflautsprechersystem kann dringende Informationen bevorzugt behandeln, bleibt aber ausdrücklich keine sicherheitsgerichtete Brand- oder Bevölkerungswarnanlage.
Im normalen Produktionsbetrieb verwendet jede Mastbox ausschließlich LTE-M/NB-IoT. Derselbe Funkweg überträgt Auftragsrevisionen, Widerrufe, Zeitsynchronisation, Status, Telemetrie, Audiodateien, Konfiguration und Firmware. Dadurch entfallen ein zweites Funkmodul, zusätzliche Antenne, LoRaWAN-Gateway, Repeater, Funknetzverwaltung sowie deren Entwicklungs-, Prüf- und Wartungsaufwand.
WLAN bleibt im Gerät vorhanden, weil es Bestandteil des ESP32-S3 ist und die Entwicklung vor Ort erleichtert. Es wird jedoch nur im Labor, bei der Inbetriebnahme oder für eine ausdrücklich freigegebene Wartung aktiviert. Im normalen Feldbetrieb ist WLAN einschließlich nicht benötigter Peripherie abgeschaltet und gehört nicht zur Verfügbarkeitsannahme.
| Betriebsfall | Übertragungsweg |
|---|---|
| Auftragsrevision, Widerruf und Zeitsynchronisation | LTE-M/NB-IoT mit kleinem revisionsbasiertem Abruf |
| Status und Telemetrie | LTE-M/NB-IoT, gebündelt und energieabhängig |
| Audiodateien, Konfiguration und Firmware | LTE-M/NB-IoT, anschließend lokale Speicherung |
| Labor, Inbetriebnahme oder freigegebene Wartung | wahlweise WLAN; im Serienalltag deaktiviert |
Das LTE-Modem bleibt zwischen den Kontakten im sparsamsten praktisch nutzbaren Zustand. Ob eine bestehende Netzregistrierung erhalten oder das Modem vollständig abgeschaltet wird, entscheidet die Messung des gesamten Ablaufs. Eine Neuanmeldung, verschlüsselte Verbindung und Serveranfrage können mehr Energie benötigen als die wenigen Nutzdaten. Deshalb werden gute und schwache Empfangslage sowie alle vorgesehenen Kontaktintervalle am realen Walter-Aufbau gemessen.
Das vorgesehene Walter-Modul verbindet einen frei programmierbaren ESP32-S3 mit LTE-M/NB-IoT, WLAN, Bluetooth und GNSS. Der Hersteller nennt ungefähr 9,8 µA für den tiefen Schlaf bei ESP32-S3-Deep-Sleep und Mobilfunkmodem im PSM. Dieser Datenblattwert ist nur die Untergrenze zwischen den Kontakten; für die Solarauslegung zählt die gemessene Energie aus Schlaf, Aufwecken, Netzanmeldung, Authentisierung, Übertragung und Rückkehr in den Schlafzustand.
Die Leitlinie lautet: so wenig Komponenten und Übertragungswege wie möglich, aber so viele wie für die Kernfunktion nötig. Für Herborn-Schönbach wird deshalb bewusst kein eigenes LoRaWAN mit Gateways oder Repeatern aufgebaut. Voraussetzung bleibt, dass LTE-M/NB-IoT an jedem vorgesehenen Mast mit der vorgesehenen Antenne ausreichend zuverlässig erreichbar ist. Funklücken werden zunächst durch Antennenposition, geeignete Außenantenne und gegebenenfalls die Wahl eines anderen Mobilfunknetzes behandelt; ein zusätzliches lokales Funknetz ist nicht Bestandteil dieses Konzepts.
Die Bedienoberfläche muss nicht technisch wirken. Eine berechtigte Person soll im Wesentlichen vier Dinge tun können:
Eigene Audiodateien werden nicht hochgeladen. Lautstärke, Sprachprofil, Ausgabedateiformat und zulässige Maximaldauer sind zentral festgelegte und getestete Systemparameter; die Bedienoberfläche bietet dafür keine Regelmöglichkeit.
Wesentliche Grundsätze:
not_before, play_at, expires_at,
Zielgruppe, das Feld repeat_once sowie den kryptografischen
Hash der zentral erzeugten Audiodatei. Lautstärke und Sprachprofil sind
keine auftragsbezogenen Bedienwerte, sondern fest konfigurierte
Systemparameter.expires_at gespeicherte
Revision verteilt.Der Mastknoten unterscheidet mindestens folgende Zustände:
Ein erfolgreicher Softwareablauf wird nicht als akustisch verifizierte Wiedergabe bezeichnet. Der Feldprototyp erhält mindestens Verstärker-Fehlersignal sowie Strom- oder Impedanzüberwachung, damit Leitungsbruch und ein offensichtlich fehlender Treiber erkannt werden. Eine akustische Prüfung mit Mikrofon ist nur nach gesonderter Datenschutz- und Nutzenabwägung vorgesehen.
Eine berechtigte Person tippt den Ansagetext ein oder spricht ihn als Textentwurf ein. Sie liest und bestätigt den erkannten Text, wählt die gewünschten Masten sowie den Zeitpunkt und legt fest: keine Wiederholung oder eine Wiederholung. Der zentrale Dienst erzeugt daraus mit dem festgelegten Sprachprofil und Systempegel eine Audiodatei. Die Geräte laden diese Datei frühzeitig, prüfen Auftrag und Datei und bestätigen die aktuelle Revision. Zum Termin wird lokal abgespielt; bei gewählter Wiederholung genau ein weiteres Mal nach einem zuvor festgelegten Abstand. Die Bedienoberfläche zeigt getrennt an, welche Geräte die aktuelle Revision bestätigt haben und welche seitdem nicht mehr erreichbar waren.
Eine neue Ansage wird kurzfristig eingestellt. Bei normaler Funkversorgung erkennt der Knoten sie beim nächsten energieabhängig geplanten Kontakt. Bei hoher Akkureserve ist als vorläufiges Ziel ungefähr eine Minute vorgesehen; bei sinkender Reserve verlängert sich das Intervall stufenweise. Der Auftrag besitzt ein kurzes Gültigkeitsfenster und wird nicht mehr abgespielt, wenn die zulässige Frische des letzten Serverkontakts überschritten ist. Das System bleibt ausdrücklich keine Alarmierungsanlage; die angezeigte Erkennungszeit ist ein Betriebsziel und keine garantierte Notfall-Reaktionszeit.
Eine Änderung erhält eine höhere Auftragsrevision. Ein Widerruf wird ebenfalls als Revision verteilt und bis nach Ende des ursprünglichen Gültigkeitsfensters gespeichert. Die Bedienoberfläche warnt, wenn ein Gerät den Widerruf noch nicht bestätigt hat. Bei bereits offline bestätigten, geplanten Ansagen bleibt dieses Restrisiko sichtbar; besonders zeitkritische Inhalte erhalten deshalb kurze Gültigkeits- und Frischefenster.
Eine unvollständige oder fehlerhafte Datei wird niemals aktiviert. Die letzte gültige Datei bleibt erhalten, und der Fehler wird gemeldet.
Eine bereits geladene und noch gültige geplante Ansage wird trotzdem wiedergegeben. Abgelaufene oder als kurzfristig markierte Ansagen ohne ausreichend frischen Serverkontakt werden verworfen. Der Mastknoten meldet das Ereignis nach Wiederherstellung der Verbindung.
Eine neue Firmware wird zunächst auf einem Testgerät installiert. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt die gestaffelte Verteilung. Startet die neue Version nicht ordnungsgemäß, wird automatisch auf die vorherige zurückgeschaltet. Secure Boot, Signaturprüfung und Anti-Rollback verhindern dabei nicht autorisierte Software und das Zurücksetzen auf eine bekannte unsichere Version.
Das Gerät reduziert nicht notwendige Kommunikation, meldet den Zustand und schützt den Akku. Auf der Bedienoberfläche wird sichtbar, ob vermutlich Verschattung, Schnee, ein Kabelproblem oder eine gealterte Batterie vorliegt.
| Stufe | Enthalten | Planungsbudget |
|---|---|---|
| Laborprototyp | zwei Walter-Steuerknoten für Gruppentest, WLAN/LTE, Speicher, Uhr, beide Audiostufen, 12-auf-24-V-Audiotest, Schallpegel-Hörtest, Netzteil, Montageplatte und Verdrahtung | 950–1.700 € |
| Feldprototyp – Kernhardware | Zielplatine, ausreichend dimensionierter LTO-Akku, 30-W-Solar, LTO-Laderegler, geschalteter 12-auf-24-V-Audiozweig, Wiedergabeüberwachung, Gehäuse, Halterungen und Kleinteile | 1.460–2.790 € |
| Feldprototyp – verbindliche Vorprüfungen | mechanische beziehungsweise Windlast-Prüfung, elektrische Sicherheitsprüfung und EMV-Vorprüfung | 900–1.700 € |
| Feldprototyp – Sachmittel für entwicklungsbegleitende Klima- und Kondensationstests | Temperatur- und Feuchtelogger, Muster- und Ersatzteile, Dichtungen, Druckausgleichselemente, Kabelverschraubungen, Schutzlack und sonstiges Verbrauchsmaterial; ohne Arbeitszeit und ohne externe akkreditierte Laborprüfung | 300–1.000 € |
| Empfohlenes Gesamtbudget Feldprototyp | Kernhardware einschließlich Reserve, verbindlicher Vorprüfungen und Sachmitteln für entwicklungsbegleitende Klima- und Kondensationstests | 2.660–5.490 € |
| Beschaffung und Ausrollung | erst nach Feldtest, Stückzahl und Lieferantenangeboten | noch offen |
Die Bandbreiten sind keine angebotenen Festpreise. Sie machen die technische Größenordnung sichtbar, ohne bereits heute einen späteren Serienpreis zu behaupten. Die Sachbudgets enthalten keine Arbeitskosten. Eine vollständige Konformitätsbewertung und gegebenenfalls externe akkreditierte Laborprüfungen des eingefrorenen Seriengeräts sind darin noch nicht enthalten.
Die folgende Tabelle zeigt, wie sich das Laborbudget einschließlich des neuen 24-V-Audiozweigs und des Hörtests zusammensetzt. Sie enthält ausschließlich Sachkosten; die zugehörigen Stunden stehen getrennt in Abschnitt 9.2.
| Kostenblock | Enthalten | Planungsbudget |
|---|---|---|
| Zwei Steuerknoten und Funk | Walter-Controller, LTE-Antennen, SIM-Testbetrieb, Speicher, RTC, einfache Sensorik und Entwicklungszubehör | 280–430 € |
| Audio und geschalteter 24-V-Zweig | erste MAX9744-Vorprüfung, TAS5805M-Evaluationsaufbau, 12-auf-24-V-Testwandler oder Labornetzteilanteil, Sicherungen, Pufferung und Strommessung | 280–400 € |
| Hörtest-Sachmittel | Schallpegelmesser Klasse 2 – Beschaffung oder dokumentierte Leihe –, Stativ sowie Vergleichsmessung an festgelegten Hörpunkten | 200–450 € |
| Netzteil, Montage und Reserve | 12-V-Versorgung, Montageplatte, Klemmen, Leitungen, Steckverbinder, Beschriftung und Sachreserve | 190–420 € |
| Gesamt Laborprototyp | einschließlich 24-V-Audiotest und Hörtest | 950–1.700 € |
Ein Smartphone ersetzt den Schallpegelmesser nicht. Falls später eine rückführbar kalibrierte Messung gefordert wird, wird deren externe Durchführung separat beauftragt; sie ist nicht als stiller Pflichtposten eingerechnet.
Die folgende Zusammenfassung ordnet das bereits genannte Gesamtbudget den wesentlichen Bauteilen und Prüfblöcken zu. Sie enthält keine Arbeitskosten und stellt keine zusätzlichen Kosten gegenüber der vorstehenden Tabelle dar.
| Kostenblock | Enthalten | Planungsbudget |
|---|---|---|
| Steuerung, Funk und Zielplatine | Walter-Controller mit abschaltbarem WLAN und LTE-M/NB-IoT, freigegebene LTE-Antenne, Leiterplatte, Bauteile und Bestückung | 350–680 € |
| Audio, 24-V-Zweig und Wiedergabeüberwachung | Class-D-Verstärker für zwei 16-Ω-Kanäle, schaltbarer 12-auf-24-V-Aufwärtswandler, Einschaltstrombegrenzung, Pufferung, Schutzbeschaltung sowie Strom- beziehungsweise Impedanzüberwachung | 160–340 € |
| Speicher, Zeit, Sensorik und elektrische Schutzteile | Industrial-microSD, RTC, Akku- und Gehäusetemperatur, Feuchte, Solar-/Akkustrom, Wassereintritt, Sicherungen, Leitungen und Steckverbinder | 100–180 € |
| LTO-Akkupaket | professionelles 5S-Paket mit BMS, Balancierung, Sicherung und Temperaturmessung; bevorzugt 5S5P aus LTO-18650-Zellen | 230–400 € |
| 30-W-Solarmodul | gerahmtes Modul für den Feldprototyp | 45–90 € |
| LTO-fähiger MPPT-Regler | parametrierbarer Laderegler; Auswahl nach Gesamtbedarf von Regler, Solarmodul und Akku | 60–170 € |
| Elektronikbox und Innenaufbau | IP66/IP67-Gehäuse, Montageplatte, Klemmen, Kabelverschraubungen und Druckausgleich | 180–320 € |
| Mast- und Solarbefestigung | Halterungen, Mastbänder, EPDM-Schutz und unabhängige Fangschlaufen | 160–300 € |
| Kleinteile, Versand und Sachreserve | Ersatz- und Anpassungsteile sowie Preis- und Beschaffungsreserve | 165–260 € |
| Zwischensumme Kernhardware | 1.460–2.790 € | |
| Mechanik- und Windlast-Vorprüfung | fachliche Prüfung von Befestigung, Zusatzlast und Absturzsicherung | 250–500 € |
| Elektrische Sicherheitsprüfung | Prüfung des aufgebauten Feldgeräts | 200–400 € |
| EMV-Vorprüfung | entwicklungsbegleitende Emissions- und Störfestigkeitsprüfung | 450–800 € |
| Zwischensumme verbindliche Vorprüfungen | 900–1.700 € | |
| Sachmittel für Klima- und Kondensationstests | Logger und Sensoren, Muster- und Ersatzteile, Dichtungen, Druckausgleichselemente, Kabelverschraubungen, Schutzlack und Verbrauchsmaterial | 300–1.000 € |
| Gesamt Feldprototyp | Kernhardware, verbindliche Vorprüfungen und Sachmittel für Klima- und Kondensationstests | 2.660–5.490 € |
| Aufgabe | Geschätzter Aufwand |
|---|---|
| Anforderungen, Anschlussprüfung und Detailplanung | 8–14 Stunden |
| Beschaffung und mechanischer Aufbau | 12–20 Stunden |
| Firmware für WLAN, LTE, Energiesparzustände, Speicher, Uhr, Auftragsrevisionen und Audio | 34–56 Stunden |
| Einfache zentrale Bedien-, Sicherheits- und Serverfunktion | 24–40 Stunden |
| Audio-Hörtest mit 15 W, 7,5 W, 4 W und 2 W, 12-/24-V-Vergleich, LTE-/WLAN-Verbrauch, Mehrknotentest und Dokumentation | 32–58 Stunden |
| Gesamt | 110–188 Stunden |
| Aufgabe | Geschätzter Aufwand |
|---|---|
| Energie-, Thermik- und Mechanikkonzept einschließlich 24-V-Audiozweig | 27–48 Stunden |
| Schaltplan und Leiterplattenlayout einschließlich Aufwärtswandler, Pufferung und Audio-EMV | 40–68 Stunden |
| Firmware für Energiesparen, LTE-Telemetrie, sichere Identität und Updates | 36–60 Stunden |
| Geräteübersicht, Mobilfunkanbindung, Rollen, Audit und Serveranpassungen | 26–48 Stunden |
| Mechanischer Aufbau und Inbetriebnahme | 18–32 Stunden |
| Prüfplanung, Prüflingsvorbereitung und entwicklungsbegleitende Kälte-, Wärme-, Temperaturwechsel- und Kondensationstests in Anlehnung an die festgelegten IEC-Verfahren | 25–50 Stunden |
| Mehrmonatiger Winter-/Sommertest, LTE-Abdeckung, 15-W-Audio-Last, Fehlerfälle und Dokumentation | 52–98 Stunden |
| Gesamt | 224–404 Stunden |
Die Stunden werden bewusst nicht mit einem Stundensatz multipliziert. Sie zeigen, welche Arbeit hinter den sichtbaren Bauteilen steht und welche Aufgaben intern oder extern übernommen werden können. Die zugehörigen Sachmittel für die entwicklungsbegleitenden Klima- und Kondensationstests sind getrennt in Abschnitt 9.1 ausgewiesen.
Für LTE gilt als reines Rechenbeispiel bei angenommenen 2 Euro je aktiver SIM und Monat:
| Aktive LTE-Mastboxen | Monatliche Kosten | Jährliche Kosten |
|---|---|---|
| 25 | 50 € | 600 € |
| 50 | 100 € | 1.200 € |
Im vorgesehenen unabhängigen Serienbetrieb erhält jede Mastbox einen aktiven LTE-Vertrag. Vor der Serie werden Einzel-, Pool- und Rahmenverträge sowie Tarife mit kleiner Datenmenge verglichen. Ein gemeinsamer Datenpool ist besonders sinnvoll, weil nicht jede Mastbox in jedem Monat dieselbe Datenmenge benötigt.
Der reine Audiodatenbedarf ist dabei voraussichtlich klein: Fünf Minuten Sprache benötigen bei effizienter Sprachkompression mit 16–32 kbit/s ungefähr 0,6–1,2 MB. Eine neue fünfminütige Ansage pro Woche ergibt damit ungefähr 2,4–4,8 MB je Mast und Monat. Für 25 Mastboxen sind das zusammen rund 60–120 MB pro Monat, für 50 Mastboxen rund 120–240 MB pro Monat, jeweils zuzüglich Protokollverkehr, Diagnose und gelegentlicher Firmware-Updates. Deshalb werden ausdrücklich kleine beziehungsweise gemeinsam gepoolte M2M-/IoT-Datenkontingente angefragt; große Endkundentarife mit mehreren Gigabyte sind für dieses Nutzungsprofil nicht erforderlich.
Die LTE-Tabelle ist bewusst keine vollständige Betriebskostenrechnung. Zusätzlich entstehen für das zentrale System weitere Positionen, die derzeit noch nicht beziffert werden können und deshalb nicht in den LTE-Beträgen oder den Sachbudgets enthalten sind:
| Noch offene Position | Einordnung |
|---|---|
| Einmalige Softwareentwicklung und spätere Erweiterungen | Arbeitsstunden sind im Konzept getrennt ausgewiesen, jedoch bewusst nicht mit Kosten bewertet. Der tatsächliche Entwicklungsaufwand und eine mögliche externe Beauftragung sind noch offen. |
| Hosting und technischer Betrieb des zentralen Systems | Server beziehungsweise Plattform, Datenbank, Speicher für erzeugte Audiodateien, Datensicherung, Monitoring und Wiederherstellung. |
| Softwarewartung und Sicherheitsbetrieb | Fehlerbehebung, Sicherheitsupdates, Zertifikate, Überwachung, Anpassungen an Betriebssysteme, Mobilfunk- oder Fremdschnittstellen sowie Unterstützung im Störfall. |
| Text-to-Speech, optionale Spracheingabe und mögliche Fremdlizenzen | Kosten hängen von der später gewählten Lösung, Nutzung, Datenschutzanforderungen und möglichen Lizenz- oder API-Modellen ab. |
| Domain, DNS und externe Dienste | Domainname, DNS, E-Mail- oder Benachrichtigungsdienst sowie gegebenenfalls weitere notwendige Fremdleistungen. |
Diese Positionen werden vor der Serienfreigabe als eigener Betriebs- und Wartungsrahmen ermittelt. Ihre fehlende Bezifferung bedeutet nicht, dass sie kostenfrei sind, sondern dass technische Architektur, Eigenleistung, Fremdleistung und Lizenzmodell noch nicht entschieden sind.
Der Mastknoten muss:
Vor dem Feldbetrieb werden Verantwortliche für Gerät, Backend, Mastmontage und Wartung benannt. Erforderlich sind mindestens:
Die Zulassung oder Herstellererklärung einzelner Module ersetzt nicht die Bewertung des zusammengesetzten Endgeräts.
Technik: Walter mit programmierbarem ESP32-S3,
integriertem LTE-M/NB-IoT-Modem und im Normalbetrieb abgeschaltetem
WLAN
Produktionsfunk: LTE-M/NB-IoT für kleine Auftrags- und
Statusdaten, Audiodateien, Konfiguration und Firmware
WLAN: ausschließlich für Labor, Inbetriebnahme und
ausdrücklich freigegebene Wartung; im normalen Feldbetrieb
einschließlich nicht benötigter Peripherie abgeschaltet
Schnittstellen: LTE-M/NB-IoT, abschaltbares WLAN, SPI,
I²C, I²S und ausreichend Schaltausgänge
Anschlussreserve: Walter stellt laut Herstellerdatenblatt
24 zugängliche Ein-/Ausgänge zusätzlich zu Versorgung und
Programmieranschluss bereit. Für Speicher, Audio, BMS, Sensorik und
Schaltsignale werden vorläufig ungefähr 15–18 dieser Anschlüsse
benötigt. Die endgültige Belegung wird im Schaltplan festgelegt und muss
eine Reserve für Prüfung und spätere Korrekturen lassen.
Antennen: nur eine zum Walter beziehungsweise
Mobilfunkmodem passende und freigegebene LTE-Antenne für den
Produktionsbetrieb; WLAN-Antennenanforderung nur für Labor und Wartung
berücksichtigen
Europäische Antennenquelle: 2J Antennas, Slowakei
Zielbaustein: TAS5805M oder nach dem Labortest
gleichwertiger Zweikanal-Class-D-Verstärker
Anschluss: je ein Horn an einen eigenen Kanal; keine
Parallel- oder Reihenschaltung
Gemessener Ausgangspunkt: Gleichstromwiderstand direkt
am vollständig getrennten Treiber ungefähr 16 Ω; vorhandener
100-V-Übertrager war an Abgriff 1–4 und damit auf 15 W je Horn
eingestellt
Planungsleistung: zwei Kanäle mit jeweils bis zu 15 W
an 16 Ω. Im Hörtest werden 15 W, 7,5 W, 4 W und 2 W verglichen; eine
geringere Serienleistung ist nur bei dokumentiert gleicher ausreichender
Verständlichkeit zulässig
Versorgung: abgesicherter 12-V-Akkuzweig, schaltbarer
12-auf-24-V-Aufwärtswandler und geregelter Audio-PVDD. Der TAS5805M unterstützt
4,5–26,4 V; die konkrete 2×15-W-/16-Ω-Fähigkeit wird mit minimaler
Akkuspannung, Toleranzen, Temperatur und Verzerrungsgrenze
gemessen.
Energiesparen: hardwareseitige Abschaltung außerhalb
einer Ansage
Schutz der Hörner: je Kanal parametrierter Hochpass,
DC-Sperre, Peak-/RMS-Limiter und definierte maximale Lautstärke
Rückmeldung: Verstärker-Fehlersignal sowie getrennte
Strom- oder Impedanzprüfung je Kanal zur Erkennung von Leerlauf,
Kurzschluss und unplausibler Last
Gemeinsame Fehlerdomäne: Die Kanallasten beeinflussen
einander nicht durch Parallel- oder Reihenschaltung; Verstärkerbaustein,
Versorgung, Freigabe und Steuerung bleiben jedoch gemeinsame mögliche
Ausfallursachen
Speicher: hochwertige High-Endurance- oder
Industrial-microSD
Zeitbasis: DS3231 oder geeignete Industrie-RTC mit
eigener Pufferung; die Real-Time Clock hält Datum und Uhrzeit auch bei
schlafendem Controller, fehlendem Mobilfunk oder kurzzeitig
unterbrochener Hauptversorgung und wird regelmäßig über Mobilfunk
beziehungsweise GNSS korrigiert
Verhalten bei Fehlern: letzte vollständig geprüfte
Datei und Konfiguration bleiben erhalten
Topologie: 5S
Nennspannung: ungefähr 12 V
Ladeende: typischerweise ungefähr 14 V; verbindlich ist
das konkrete Zelldatenblatt
Nutzbare Energie: mindestens 53 Wh bei −20 °C und am
definierten Lebensdauerende
Voraussichtliche Nennenergie: ungefähr 90–108 Wh;
endgültige Kapazität nach Messung und Hersteller-Derating
BMS: Zellüberwachung, Balancierung,
Über-/Unterspannung, Strom- und Temperaturschutz
Zusatz: separate Sicherung unmittelbar am Akku
Vorläufige Packabmessungen 5S5P: ungefähr 120 × 110 ×
85 mm einschließlich BMS und mechanischem Schutz; durch den
Packhersteller zu optimieren und zu bestätigen
Beschaffung: bevorzugte technische Abstimmung mit Omnitron
Griese, anschließend Vergleichsangebot; keine ungesicherten
Einzelzellen im Mastgehäuse
| Variante | Elektrische Größe | Materialpreis zur Orientierung | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Acada LTO 18650, 2,4 V/1,5 Ah als professionell konfektioniertes 5S5P-Paket | 12 V, 7,5 Ah, 90 Wh | etwa 174 Euro für 25 Zellen inklusive MwSt.; fertiges Paket geschätzt 230–320 Euro | derzeit wirtschaftlichste technisch plausible Variante; Kälte- und Lebensdauer-Derating des fertigen Packs noch nachzuweisen |
| NECOSIN LTO 32145, 2,3 V/10 Ah als 5S1P-Paket | 11,5 V, 10 Ah, 115 Wh | etwa 304 Euro für fünf Zellen; Mindestbestellmenge derzeit zehn Zellen | elektrisch einfach und hohe Reserve, aber bereits die Zellen sind zu teuer und die Mindestmenge ist für einen Prototyp unattraktiv |
| µArt/LaskaKit 1S3P-LTO-Modul | 2,4 V, 3,9 Ah, rund 9,4 Wh je Modul | etwa 43 Euro je Modul | gut dokumentierter Technologieträger, aber für 12 V und ausreichende Reserve zu viele Module und damit nicht kostengünstig |
| kundenspezifisches Komplettpaket von Omnitron Griese | 5S, 90–108 Wh | nur auf Anfrage | bevorzugter Gesprächs- und Entwicklungspartner; persönliche Abstimmung am Produktions- und Kompetenzstandort Hilchenbach möglich; anschließend Vergleichsangebot einholen |
Ein Eigenbau aus losen Zellen ist nur als interner Laborprüfling vertretbar. Das Außengerät erhält ein fachgerecht verschweißtes beziehungsweise verbundenes und geprüftes Paket mit Zugentlastung, Isolation, BMS, Sicherung und dokumentierter Zellchargen-Rückverfolgbarkeit.
Der Regler muss ausdrücklich für das eingesetzte 5S-LTO-Paket parametrierbar sein. Ein fest eingestellter Blei- oder LiFePO₄-Modus genügt nicht. Eine Produktauswahl allein nach dem Reglerpreis wäre ebenfalls nicht sachgerecht: Sein täglicher Eigenverbrauch beeinflusst die notwendige Akku- und Solardimensionierung.
Für den Feldprototyp wird zunächst der stromsparende Genasun GV-5 eingeplant. Der deutlich günstigere Victron wird als alternative Systemauslegung mitgeführt, damit die Mehrkosten des Reglers nachvollziehbar gegen einen gegebenenfalls größeren Akku gerechnet werden können. Die genannten Einzelpreise sind Marktpreise zur Orientierung mit Stand September 2026 und noch keine ausgehandelten Projektpreise.
| Variante | Technische Einordnung | Planungswert |
|---|---|---|
| Genasun GV-5 Lithium Custom Voltage MPPT | 5 A reichen für ein 30-W-Modul aus; kundenspezifische Lithium-Ladespannung von 10 bis 16,9 V; etwa 0,125 mA Standbyverbrauch beziehungsweise nur rund 0,04 Wh pro Tag bei 12 V; −40 bis +85 °C | etwa 150 Euro im Einzelbezug |
| Victron SmartSolar MPPT 75/10 | frei programmierbarer Ladealgorithmus, Bluetooth und VE.Direct; je nach Betriebszustand etwa 10–20 mA Eigenverbrauch beziehungsweise rund 2,9–5,8 Wh pro Tag bei 12 V; die Unterlagen nennen keine ausdrückliche 5S-LTO-Freigabe | etwa 55–70 Euro im Einzelbezug |
Der kleinere Genasun GV-5 ist gegenüber dem zuvor betrachteten GV-10 für 195 Euro die passendere technische Referenz, weil die 5-A-Ausführung für 30 W genügt und noch weniger Ruhestrom benötigt. Er verlangt jedoch ein Solarmodul mit höchstens 22 V Leerlaufspannung unter Standard-Testbedingungen; auch bei tiefster Auslegungstemperatur darf die absolute 27-V-Eingangsgrenze nicht überschritten werden. Das bisher genannte Offgridtec-Modul mit 24 V Leerlaufspannung ist deshalb kein passender Partner für den GV-5.
Der Genasun-Regler besitzt keine eigene Zellenüberwachung und ersetzt das BMS nicht. Das professionelle Akkupaket muss den Regler bei unzulässiger Zellspannung, Temperatur oder Strombelastung sicher sperren können. Solarstrom und Tagesertrag werden bei dieser Variante durch die Geräteelektronik separat gemessen. Auch die kundenspezifische Lade- und Lastabschaltkonfiguration muss vor Bestellung anhand des konkreten Akkudatenblatts schriftlich bestätigt werden.
Der Preisvergleich wird auf Systemebene geführt: Gegenüber 10 mA Reglerverbrauch spart der GV-5 während 14 Tagen ohne Solarertrag ungefähr 40 Wh reine Verbrauchsenergie. Einschließlich der vorgesehenen 25-Prozent-Reserve entspricht das rund 50 Wh zusätzlich erforderlicher nutzbarer Akkukapazität. Ein Victron-System würde damit voraussichtlich ungefähr 102 Wh statt 53 Wh nutzbare Energie bei −20 °C und am Lebensdauerende benötigen. Muss diese Reserve durch einen größeren LTO-Akku bereitgestellt werden, kann der Preisvorteil des Reglers teilweise oder vollständig entfallen. Festgelegt wird daher die Variante mit den geringsten Gesamtkosten aus Regler, passendem Modul und notwendiger Akkukapazität, welche alle technischen Grenzwerte erfüllt.
Der Offgridtec MPPT PRO-X 10A bleibt eine technisch mögliche Alternative. Benutzerdefinierte Lithium-Spannungen, RS485 und Tieftemperaturabschaltung sind für das Projekt nützlich. Sein Eigenverbrauch ist nicht grundsätzlich zu hoch; er führt lediglich zu einer anderen Systemauslegung als der sehr sparsame Genasun-Regler.
Die Angabe 30 mA beschreibt einen kleinen, aber dauernden Stromfluss. Bei 12 V ergibt sich daraus:
0,030 A × 12 V = 0,36 W und
0,36 W × 24 h = 8,64 Wh pro Tag
Watt beschreibt dabei die momentane Leistung; Wattstunden beschreiben die über eine Zeit verbrauchte Energiemenge. Die 8,6 Wh sind im normalen Solarbetrieb gut beherrschbar. Problematisch werden sie nur für das bewusst konservative Auslegungsziel, auch 14 Tage ohne nennenswerten Solarertrag zu überbrücken.
| Betrachtung | Überschlägiger Wert |
|---|---|
| bisheriger Gesamtplan mit sehr sparsamem Regler | höchstens 3,0 Wh pro Tag |
| zusätzlicher Bedarf des PRO-X gegenüber dem Genasun, gerundet | etwa 8,6 Wh pro Tag |
| Gesamtbedarf mit PRO-X | etwa 11,6 Wh pro Tag |
| rechnerische Laufzeit mit 53 Wh nutzbarer Akkuenergie ohne Solarertrag | etwa 4,6 Tage |
| für 14 Tage zuzüglich 25 Prozent Reserve erforderliche nutzbare Akkuenergie | etwa 203 Wh |
Ein 30-W-Modul liefert unter idealen Bedingungen 30 Wh je Stunde voller Nennleistung. Für 11,6 Wh Tagesbedarf wären rechnerisch knapp 0,4 Stunden erforderlich; mit Lade-, Temperatur- und Leitungsverlusten sind grob 0,5–0,7 Stunden äquivalente volle Sonnenleistung pro Tag anzusetzen. Das wird an vielen Tagen erreicht, und auch diffuses Licht trägt Energie bei. Bei starker Winterverschattung, Schnee auf dem Modul, dichtem Nebel, anhaltend sehr dunkler Bewölkung oder einer Störung kann der Tagesertrag jedoch unter dem Verbrauch liegen.
Die 14 Tage ohne nennenswerten Solarertrag sind deshalb kein erwarteter Normalzustand, sondern eine robuste Schlechtwetter- und Störungsreserve. Im Normalbetrieb soll das Modul den Tagesverbrauch laufend ausgleichen. Der Akku wird außerdem nicht absichtlich vollständig entladen: Telemetrie meldet einen niedrigen Ladezustand frühzeitig, und BMS beziehungsweise Lastabschaltung trennen die Verbraucher vor einer schädlichen Tiefentladung.
Damit ist der PRO-X sinnvoll einsetzbar, wenn entweder eine sichere Reserve von ungefähr vier bis fünf Tagen genügt, ein deutlich größerer Akku vorgesehen wird oder die standortbezogene PVGIS-Rechnung eine kürzere erforderliche Überbrückungszeit belastbar rechtfertigt. Der Genasun bleibt vorläufig eingeplant, weil er das derzeit gesetzte 14-Tage-Ziel mit dem kleineren Akkupaket ermöglicht – nicht weil der PRO-X im normalen Solarbetrieb grundsätzlich ungeeignet wäre.
Erforderlich sind:
Die Regler-/Modulkombination wird erst festgelegt, wenn Akkudatenblatt, BMS-Schnittstelle, Kälteverhalten, PV-Leerlaufspannung, EMV, reale Ruhestrommessung und die Gesamtkosten der Energieversorgung zusammenpassen. Für eine spätere Serie der noch zu klärenden Anzahl von Mastboxen wird zusätzlich geprüft, ob eine kleine integrierte Energieplatine wirtschaftlicher und leichter ist als ein universeller Solarregler.
Material: helles Polycarbonat
Schutzart: IP66/IP67
Vorläufige Außengrößenordnung: ungefähr 250–300 × 200 ×
120 mm; endgültig nach Omnitron-Packentwurf, Zielplatine,
Kabelbiegeradien und thermischer Prüfung
Zielgewicht der vollständigen Box: grob 2,5–3,5 kg ohne
Solarmodul und vorhandenen Lautsprecher; durch den Feldprototyp zu
bestätigen
Innenaufbau: Akku unten, Elektronik darüber,
Zugentlastung an allen Kabeln
Druckausgleich: hydrophobe Membran beziehungsweise
geeigneter Druckausgleichseinsatz
Kabeleinführung: ausschließlich unten
Thermik: zulässige Bauteil- und Akkutemperaturen werden
aus gemessener Innentemperatur unter Sonne und Ladebetrieb abgeleitet,
nicht allein aus der Außentemperatur
Kondensation: trockene Montage, hydrophober
Druckausgleich, geeignete Kabelverschraubungen, Feuchteüberwachung und
bei Bedarf Schutzlack oder wechselbares Trockenmittel; IP66/IP67 allein
gilt nicht als Nachweis eines kondensationsfreien Innenraums
Beschaffungsweg: Rittal oder technisch gleichwertiges
Fertiggehäuse für Labor- und Feldprototyp; nach erfolgreichem Feldtest
ist Bretthauer als regionaler Entwicklungspartner für ein individuelles
Seriengehäuse mit einem Preisvergleich gegen das Fertiggehäuse
einzubeziehen
Viele gemeldete Werte bedeuten nicht jeweils einen zusätzlichen, irgendwo angeklebten Einzelsensor. BMS, Verstärker und Messbausteine liefern mehrere Werte gemeinsam. Möglichst viele Bauteile werden direkt auf der Zielplatine verlötet. Nur die Akku-Temperaturfühler benötigen einen definierten thermischen Kontakt zu den Zellen; ihre Lage, Befestigung, Isolation und Zugentlastung legt der professionelle Packhersteller fest.
| Messgröße oder Zustand | Quelle und Anzahl | Montageort | Übergabe an Walter |
|---|---|---|---|
| Akkuzellspannungen, Packspannung, Lade-/Entladestrom, Schutzstatus und abgeleiteter Ladezustand | BMS des professionellen LTO-Pakets; bei fehlender geeigneter BMS-Telemetrie zusätzlicher Coulomb-/Energiezähler auf der Zielplatine | BMS im Akkupaket, Strommessung im Pack- beziehungsweise Akkuanschluss | digitale BMS-Schnittstelle oder gemeinsamer Messbus; konkretes Protokoll mit Packhersteller festlegen |
| Akkutemperatur | mindestens ein, voraussichtlich ein bis zwei NTC-Fühler als Bestandteil des BMS | an repräsentativen Zellen innerhalb des Packs, nicht lose außen aufgeklebt | zunächst an das BMS; Walter liest Temperatur und Fühlerfehler über die BMS-Schnittstelle |
| Solarspannung, Solarstrom und Tagesertrag | ein geeigneter Strom-/Leistungsmonitor, gegebenenfalls mit zweitem Messkanal für den Akkuzweig | auf der Zielplatine am definierten PV- beziehungsweise Ladepfad | bevorzugt gemeinsamer I²C-Messbus; Tagesertrag aus den Messwerten integrieren |
| Gehäusetemperatur und relative Feuchte | ein kombinierter digitaler Temperatur-/Feuchtesensor | auf der Zielplatine an einer von Leistungsteilen thermisch möglichst wenig verfälschten Stelle | gemeinsamer I²C-Messbus |
| Verstärkertemperatur und Verstärkerfehler | bevorzugt interne Diagnose des Class-D-Verstärkers; nur falls diese nicht ausreicht ein zusätzlicher NTC nahe der Leistungsstufe | Verstärker beziehungsweise Zielplatine | I²C und/oder Fehler-GPIO; zusätzlicher NTC über Messbaustein oder ADC |
| Elektrische Last von Horn 1 und Horn 2 | zwei getrennte Strom- beziehungsweise Impedanz-Messkanäle plus Verstärker-Fehlersignal | auf der Zielplatine im jeweiligen Lautsprecherkanal | Messbus, ADC oder Fehler-GPIO abhängig vom gewählten Verstärker |
| Wassereintritt | ein Sensor aus zwei korrosionsbeständigen Kontaktflächen beziehungsweise eine geeignete Leckagesonde | am tiefsten sinnvollen Punkt im Gehäuse, unterhalb der empfindlichen Elektronik | ein geschützter Digital- oder Analogeingang |
| Gehäuseöffnung | optional ein mechanischer oder magnetischer Deckelkontakt | am Gehäusedeckel | ein Digitaleingang; nur übernehmen, wenn Nutzen und Montageaufwand den Zusatz rechtfertigen |
| Gerätezeit | eine gepufferte RTC; kein Umweltsensor | Zielplatine | gemeinsamer I²C-Bus |
Damit werden voraussichtlich zwei bis vier Temperaturmessstellen benötigt: ein bis zwei im Akkupaket, eine kombinierte Temperatur-/Feuchtemessung im Gehäuse und nur bei unzureichender Verstärkerdiagnose ein zusätzlicher Fühler an der Leistungsstufe. Eine größere Zahl pauschal verteilter Temperatursensoren ist nicht vorgesehen. Rauch-, Außenluft-, Neigungs- und Erschütterungssensoren gehören zunächst nicht zum Mindestumfang. Ein Rauchmelder wäre im feuchten und staubigen Außenbereich störanfällig und würde keine zertifizierte Brandmeldefunktion ersetzen.
| Funktion | Voraussichtlicher Anschlussbedarf |
|---|---|
| gemeinsamer I²C-Bus für RTC, Klima- und geeignete Leistungsmessbausteine | 2 Ein-/Ausgänge |
| SPI für microSD einschließlich eigener Chip-Auswahl | ungefähr 4 Ein-/Ausgänge |
| I²S-Audio zum Zweikanalverstärker | ungefähr 3 Ein-/Ausgänge |
| Verstärkerfreigabe, Fehlersignal und getrennte Kanaldiagnose | ungefähr 4 Ein-/Ausgänge |
| BMS-Schnittstelle | 0 oder 2 zusätzliche Ein-/Ausgänge, abhängig von gemeinsamer I²C-Busnutzung oder eigener serieller Schnittstelle |
| Wassereintritt | 1 Ein-/Ausgang |
| optionaler Deckelkontakt | 0 oder 1 Ein-/Ausgang |
| weitere Freigabe- und Prüfsignale | ungefähr 1 Ein-/Ausgang |
| Planungswert gesamt | ungefähr 15–18 von 24 zugänglichen Ein-/Ausgängen |
Mehrere Sensoren teilen sich I²C, SPI oder einen anderen Bus und benötigen deshalb nicht jeweils einen eigenen Walter-Anschluss. Vor Freigabe des Leiterplattenlayouts werden Pinbelegung, Spannungspegel, Startzustände, mögliche Adresskonflikte und der sichere Zustand jedes Ausgangs geprüft. Der Planungswert von 15–18 Anschlüssen ist keine bereits eingefrorene Verdrahtung, sondern eine Reserveprüfung für den folgenden Schaltplan.
Die vorhandene Verdrahtung war je Horn auf 15 W eingestellt. Für zwei Hörner ergeben sich daher 30 W elektrische Ausgangsleistung. Einschließlich Class-D-Verstärker, 12-auf-24-V-Wandler, Pufferung und Sicherheitsreserve wird für eine laute Durchsage zunächst mit höchstens 45 W Aufnahme aus dem 12-V-Akku gerechnet:
45 W × 5/60 h = 3,75 Wh
Bei einer gemeinsamen Durchsage pro Woche entspricht das im Tagesmittel ungefähr 0,54 Wh. Der geplante Akku wird nicht wegen der höheren Spannung vergrößert: Der Wandler verändert die Spannung, nicht die benötigte Nutzenergie. Seine Verluste sind in den 45 W bereits enthalten. Drei wöchentliche Durchsagen über beide Hörner entsprechen im Tagesmittel ungefähr 1,61 Wh allein für Audio und werden als abweichender Ereignisbetrieb separat gerechnet.
Die Durchsagen sind deshalb nicht der größte Verbraucher. Entscheidend sind Ruhestrom, Funkverbindungen und unnötig eingeschaltete Baugruppen.
Für die Dimensionierung gilt zunächst folgendes Nutzungsprofil:
Ein abweichender Ereignisbetrieb mit täglich mehreren langen Durchsagen wird separat gerechnet. Das System ist nicht für unbegrenzten Audiobetrieb dimensioniert.
3 Wh/Tag × 14 Tage = 42 WhDiese Auslegung setzt eine Ladeelektronik mit sehr geringem Ruhestrom voraus. Bei Verwendung des Victron SmartSolar mit mindestens ungefähr 10 mA Eigenverbrauch steigt der konservative Tagesbedarf rechnerisch auf rund 5,8 Wh. Für dieselben 14 Tage und 25 Prozent Reserve wären dann ungefähr 102 Wh nutzbare Akkuenergie erforderlich. Mit dem Offgridtec PRO-X und bis zu 30 mA Eigenverbrauch läge der Gesamtbedarf bei rund 11,6 Wh pro Tag; für 14 Tage zuzüglich Reserve wären ungefähr 203 Wh nutzbare Akkuenergie erforderlich. Mit dem unveränderten 53-Wh-Akku ergäben sich rechnerisch etwa 4,6 Tage ohne Solarertrag. Ein günstigerer Regler kann daher verwendet werden, aber nur zusammen mit der dazu passenden Festlegung von Akkugröße und Überbrückungszeit.
Die Nennenergie des Akkus darf nicht mit der nutzbaren Energie gleichgesetzt werden. Die endgültige Kapazität wird aus den Messwerten des Laborprototyps und den garantierten Temperatur- und Alterungsdaten des konkreten Akkupakets berechnet.
Für den Feldstandort wird eine dokumentierte Off-grid-Simulation mit historischen Stundenwerten erstellt. Eingaben und Ergebnisse umfassen mindestens:
30 W bleiben die Ausgangsgröße für den Feldprototyp. Ein anderer Wert ist zulässig, wenn Standortmessung und Simulation ihn nachvollziehbar begründen.
Die Simulation unterscheidet ausdrücklich zwischen dem Normalbetrieb mit täglichem, auch diffusem Solarertrag und dem konservativen Reservefall ohne nennenswerten Ertrag. Sie zeigt damit, ob die geforderten 14 Tage am konkreten Standort wirklich notwendig sind oder ob eine kürzere Überbrückungszeit und damit ein preisgünstigerer Laderegler vertretbar sind.
Die folgenden Quellen sind Ausgangspunkte, keine abschließende Lieferantenfestlegung:
Die technische Auswahl erfolgt zunächst unabhängig von einem bestimmten Händler. Erst wenn die optimal zusammenpassenden Komponenten durch Labor- und Feldtest feststehen, werden Liefermöglichkeiten gebündelt und Mengenpreise verhandelt. Die mögliche Bündelung darf die technische Vorzugsauswahl nicht verändern.
Im späteren Beschaffungsschritt werden mehrere geeignete Händler, Distributoren und Hersteller angefragt. Offgridtec ist dabei eine mögliche Bezugsquelle unter mehreren, aber nicht als Lieferant gesetzt. Gebündelt werden insbesondere Solarmodul, Solarkabel, Steckverbinder, Sicherungen, Trennelemente und weiteres Installationsmaterial, sofern exakt die festgelegten Typen oder technisch gleichwertige freigegebene Alternativen angeboten werden. Für den Feldprototyp und eine mögliche Serie der noch zu klärenden Anzahl von Mastboxen werden getrennte Angebote eingeholt.
Komponenten werden nicht allein für einen Mengenrabatt ersetzt. Für das professionelle 5S-LTO-Akkupaket, die Mast-Sonderbefestigung, das Industriegehäuse sowie Steuerungs- und Audioelektronik können deshalb weiterhin spezialisierte Hersteller beziehungsweise Elektronikdistributoren erforderlich sein.
Das Projekt ist mit überschaubarem Risiko umsetzbar, wenn die drei Stufen konsequent getrennt bleiben. Der Laborprototyp beantwortet zunächst die offenen Audio-, Funk-, Sicherheits-, Synchronisations- und Verbrauchsfragen. Der Feldprototyp enthält anschließend bereits alle kritischen Elemente des späteren Produkts: standortbezogen ausgelegtes Solar, einen frostladbaren LTO-Akku, niedrigen Ruhestrom, Wiedergabeüberwachung, sichere Fernverwaltung und freigegebene Mastmontage.
Eine belastbare Serienauslegung stützt sich nicht auf Annahmen, sondern auf Messwerte aus einem vollständigen Winter- und Sommertest. Der spätere Stückpreis wird anschließend getrennt aus der festgelegten Stückzahl, dem eingefrorenen Design und Lieferantenangeboten ermittelt.